Wer regionale Lebensmittel will, muss Bauern auch leben lassen
Die Veranstaltung zum Thema „Lebensmittelpreise“ ging in die zweite Runde.
Diesmal saß Christin Willnat, Bundestagsabgeordnete und verbraucherschutzpolitische Sprecherin der Linken, zusammen mit Angelika Fitze-Glawe auf dem Podium. Gemeinsam mit Ihr sprachen sie darüber, ob Regionaler kaufen, preiswerter sein kann als herkömmliche Supermärkte.
Dass die Preise auf den Märkten günstiger sein sollten, wurde von der Gruppe befürwortet. „Aber erstmal muss dafür gesorgt werden, dass wir es schaffen, dass die Vertreiber entlastet werden. Nur so können wir garantieren, dass ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis existiert“, so Christin Willnat.
Aber auch die Wochenmärkte brauchen Unterstützung. Dort kamen im Zuge eines Brainstormings einige Ideen in der Gruppe zusammen. Christin nahm sich als Arbeitsauftrag aus der Veranstaltung mit, sich mit dem Oberbürgermeister Daniel Keip zusammenzusetzen, um Pläne zur Unterstützung der Wochenmärkte zu besprechen. Hauptaugenmerk sollte dabei sein, wie die Stadt die Märkte bei Werbung und Zuwachs unterstützen könnte.
Aber nicht nur die Wochenmärkte kamen zur Sprache. Auch Alternativen zum Supermarkt, wie zum Beispiel Crowd-Farming oder solidarische Landwirtschaft (SoLaWi), wurden vorgestellt. So erklärte Angelika das Prinzip von Crowd-Farming, bei dem sie selbst Vertreiberin ist. Auch hier kristallisierten sich ähnliche Probleme heraus: Die Leute kennen viele gute Angebote gar nicht, und die Vertreiber bleiben aufgrund fehlender Abnehmer auf ihren Produkten sitzen.
„Dabei ist das so schade: Es werden so viele gute Lebensmittel weggeworfen, nur weil sie nicht perfekt aussehen. Ich meine, schmeckt eine Kartoffel mit Beule oder eine krumme Gurke nicht sogar fast besser?“, so Angelika Fitze-Glawe.
Bei einer Frage wollte Christin von den Teilnehmern wissen, wo sie ihre Lebensmittel beziehen. Das Ergebnis war, dass die meisten ihre Lebensmittel aus dem Supermarkt erwerben, obwohl sie lieber bewusst und regional einkaufen würden. Ein großer Faktor sei aber die Planbarkeit und die Zeit, die zur Verfügung steht. Bei den alternativen Angeboten muss man immer vorplanen, welche Produkte man wann brauchte, während man im Supermarkt nach Feierabend ohne lange Planung die Produkte aus der Tüte in den Kühlschrank packen kann.
Abschließend sagte Christin: „Gesundes Essen darf nicht vom Geldbeutel abhängen, sondern muss allen zur Verfügung stehen.“

