Christin Willnat, Bodo Rameliw (Die Linke, MdB), Daniel Keip (SPD, Oberbürgermeister)

Hoher Besuch in Brandenburg an der Havel

Bodo Ramelow (Die Linke) diskutierte am 6. Oktober in der Aula der Ritterakademie über die Zukunft Ostdeutschlands. Der Vizepräsident des Deutschen Bundestages und ehemalige thüringische Ministerpräsident sprach beim Podiumsgespräch des Fördervereins Dom zu Brandenburg über Demokratie, Einsamkeit auf dem Land und dem wachsenden Extremismus. Martin Vogel, Beauftragter der Landeskirche Berlin-Brandenburg, moderierte das Gespräch.

Ramelow kritisierte, dass Desinformation, Manipulation und extreme Inhalte das Miteinander im Internet vergiften. Politische Debatten werden lauter, härter und weniger sachlich geführt. Zunehmend verschwinden Orte der Begegnung wie Dorfläden, Vereine und Kirchen. Dadurch fühlen sich viele Menschen, besonders im ländlichen Raum, vernachlässigt und einsam.

„In der Rechtsstaatlichkeit verträgt man keine zwei Maßstäbe. Man verträgt nur einen Maßstab”, sagte Bodo Ramelow.
Ramelow warnte zudem davor, ungeschriebene demokratische Regeln zu verletzen. Zwar respektiere er Entscheidungen von Parlamenten, auch wenn er sie kritisch sehe. Gleichzeitig dürfe es jedoch keinen Unterschied geben, wenn es um Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit gehe.

Er forderte mehr Mitbestimmung und dachte über Verfassungsreformen nach, damit Menschen stärker an politischen Entscheidungen teilhaben können. So sollten Ost und West weiter zusammenwachsen. Am Ende rief Ramelow zu Gelassenheit, Zuversicht und Gemeinschaftssinn auf: Die Herausforderungen der Gegenwart ließen sich nur gemeinsam bewältigen.