Ernüchtert, aber nicht verzweifelt
Es wäre unsinnig zu behaupten, dass auf der gestrigen Wahlparty der LINKEN so etwas wie Partystimmung aufkam. Die Begriffe krachende Niederlage und Desaster waren in aller Munde. Schlimmer hätte es kaum kommen können. Doch, es hätte schlimmer kommen können. Noch hält der Widerstand gegen die AfD, wenn auch um den Preis von wahltaktischen Manövern, die der LINKEN Stimmen entzogen, um sie der SPD bzw. Woidke zuzuschanzen oder dem BSW als Vorschusslorbeeren zu offerieren. Ob die entsprechenden Rechnungen aufgehen, wird sich zeigen. Ich persönlich wage es zu bezweifeln.
Grund für meinen vorsichtigen Optimismus ist die seit einigen Monaten spürbare Aufbruchsstimmung in unserem Kreisverband, die sich vor allem auf Überlegungen zu einer zukunftsfähigen Bildungspolitik, auf ein Konzept für ehrliche Basisdemokratie auf Augenhöhe und auf die Ansprache aller Lohnabhängigen sowie des geschröpften Mittelstandes beziehen.
Einen weiteren, ganz konkreten Grund für Optimismus lieferten die drei Neueintritte, die zu unserer Wahlparty erschienen waren: zwei gar nicht schüchterne, meinungsstarke Azubis und ein ebenso selbstbewusster Jung-Facharbeiter. Wer unser mehrstündiges Beisammensein in der Geschäftsstelle des Kreisverbandes beobachtete, mochte von der harmonischen, konstruktiven Atmosphäre überrascht sein.
Dr. Uta Sändig


