Ihr seid der Erfolgsfaktor!
Seit dem 21. Juli 2026 streiken die Beschäftigten der GBM Gleisbaumechanik Brandenburg/Havel GmbH in Kirchmöser unbefristet. Mittlerweile ist es die vierte Streikwoche.
Seit Ende April gab es vier Warnstreiks und drei gescheiterte Verhandlungsrunden zwischen der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG und der Geschäftsführung.
Die Folge: Am 21. Juli stimmten 95 Prozent der EVG-Mitglieder im Werk für den unbefristeten Arbeitskampf.
Die Forderungen sind klar und konkret beziffert. 250 Euro mehr Tabellenentgelt im Monat, für alle Beschäftigten. 125 Euro mehr für Auszubildende. 8 Prozent höhere Zulagen. Zusätzlich soll es eine Auswahlmöglichkeit geben, bei der jede und jeder selbst entscheiden kann zwischen 3 Tagen mehr Urlaub, 1,3 Prozent mehr Entgelt oder einer halben Stunde weniger Arbeit pro Woche. Und ein Fonds zur sozialen Sicherung, in den auch der Arbeitgeber einzahlt.
Die Geschäftsführung ließ drei Verhandlungsrunden verstreichen, ohne ein verbessertes Angebot vorzulegen. Statt weiter mit der Gewerkschaft zu verhandeln, will die Geschäftsführung künftig Einzelgespräche mit den Beschäftigten führen. Die EVG stellt klar: „In Einzelgesprächen soll nun über eure Zukunft verhandelt werden. Wir sagen: Das geht gar nicht.“ Wer den Tarifvertrag durch Einzelverhandlungen ersetzen will, betreibt Tarifflucht durch die Hintertür.
Dieser Kurs zeigt, wem das Werk in Kirchmöser eigentlich gehört. GBM Gleisbaumechanik ist Teil der General Atomics Europe Group, einer Tochter des US-amerikanischen Rüstungskonzerns General Atomics. Der wirtschaftliche Erfolg des Werks wird von den rund 200 Beschäftigten in Kirchmöser erarbeitet.
Christin Willnat, Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete für Brandenburg an der Havel, findet klare Worte. „Die Beschäftigten bei GBM haben mit ihrer Arbeit den wirtschaftlichen Erfolg dieses Werks erst möglich gemacht. Jetzt will die Geschäftsführung sie einzeln an den Verhandlungstisch holen, vorbei an der eigenen Gewerkschaft. Das ist Tarifflucht durch die Hintertür, nur weil die Beschäftigten einen fairen Anteil einfordern. Ich stehe an der Seite der Streikenden in Kirchmöser.“
Willnat weiter: „Wir stehen an der Seite der Streikenden und unterstützen sie bei allem, was sie brauchen. Ein US-Konzern, der weltweit Kampfdrohnen baut, will uns erzählen, er könne sich 250 Euro mehr Lohn nicht leisten? Das sind doch Geschichten ausm Paulaner Garten. Die Beschäftigten in Kirchmöser erarbeiten den Gewinn und General Atomics streicht ihn ein. Anstatt eines besseren Angebots für die Beschäftigten soll in Einzelgesprächen verhandelt werden, an der Gewerkschaft vorbei. So läuft das nicht. GBM lebt von öffentlichen Aufträgen. Die Deutsche Bahn hat 2024 bei GBM die Modernisierung von 25 Gleisarbeitsfahrzeugen bestellt, mit Option auf 40 weitere. Ernsthaft, wer solche Aufträge will, muss auch den Tarifvertrag halten. Es kann nicht sein, dass der Konzern bei den Löhnen spart und weiterhin öffentliches Geld kassiert. Das ist absurd. Deshalb fordern wir als Linke in Brandenburg ein Tariftreuegesetz. Tarifflucht muss für Konzerne richtig teuer werden und darf nicht folgenlos bleiben.“
Wer die Streikenden unterstützen will: Dienstags, mittwochs und donnerstags finden jeweils von 11 bis 13 Uhr Streikveranstaltungen vor dem Werk in Kirchmöser statt. Wer für einen fairen Tarifvertrag kämpft, verdient Rückhalt und Verstärkung. Kommt vorbei.
Mehr Informationen auf der Seite der Gewerkschaft EVG.

