5,50 Euro pro Mahlzeit – Schulessen in Brandenburg an der Havel wird zum Luxus für Familien
Gutes Schulessen für alle Kinder
Hoher Besuch in der Gebrüder-Grimm-Grundschule in Brandenburg an der Havel. Der bekannte Stern- und Fernsehkoch Stefan Marquard stellte sein Projekt „Sterneküche macht Schule“ vor – und die Bundestagsabgeordnete und verbraucherschutzpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke, Christin Willnat, durfte nicht nur probieren, sondern tauschte sich auch direkt mit Marquard aus.
Marquard, den viele Menschen aus Fernsehsendungen wie „Die Kochprofis“, „Grill den Henssler“ oder „Marquards Ess-Klasse“ kennen, setzt sich seit Jahren für eine bessere Schulverpflegung ein. Gemeinsam mit seinem Team zeigte er, wie Lebensmittel schonend zubereitet werden können, damit wichtige Vitamine, Eiweiße und andere Nährstoffe erhalten bleiben. Anschließend konnten die Gäste die zubereiteten Speisen probieren.
Für Christin Willnat stand dabei vor allem die soziale Frage im Mittelpunkt. In Brandenburg an der Havel zahlen Eltern seit Januar 2026 je nach Menü zwischen 3,90 und 4,80 Euro pro Mahlzeit für Grundschulkinder, an weiterführenden Schulen sind es bis zu 5,50 Euro. Familien mit mehreren Kindern, die jeden Monat an 20 Schultagen für alle bezahlen, kommen schnell auf Beträge, die ein echtes Loch in das Familienbudget reißen.
Willnat erklärt dazu: „Wenn wir über Bildungsgerechtigkeit sprechen, dann gehört auch die Versorgung von Kindern mit gutem Essen dazu. Kein Kind sollte in Deutschland für das Schulessen bezahlen müssen. Eine warme, gesunde Mahlzeit am Tag muss selbstverständlich sein. Was soll man von einer Bundesregierung erwarten, die Milliarden für Rüstung locker macht, aber kein warmes Mittagessen für Kinder finanzieren kann? Es wird schon wieder deutlich, wo die Prioritäten dieser Regierung liegen. Bei den Kindern augenscheinlich nicht.“
Die Linke setzt sich für ein bundesweit kostenfreies und gesundes Mittagessen in Schulen und Kitas ein. Gleichzeitig müssen Kommunen und Bildungseinrichtungen besser unterstützt werden, damit hochwertige Verpflegung mit frischen und regionalen Zutaten angeboten werden kann. Willnat betont: „“Die Schulküchen müssen sich an den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung orientieren und nicht an den Vorstellungen eines CSU-Metzgermeisters. Entscheidend ist, was Kindern nachweislich guttut. Wissenschaftliche Standards müssen die Grundlage guter Schulverpflegung sein“
Als Mitglied des Ausschusses für Recht und Verbraucherschutz setzt sich Willnat dafür ein, dass Kinder Zugang zu gesunder und ausgewogener Ernährung erhalten. Der Austausch mit Stefan Marquard habe gezeigt, dass das Wissen und die Konzepte längst vorhanden sind.

