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Landesvorstand

Keine Geschenke des Volkes an die Erben der Hohenzollern-Dynastie

Start der Volksinitiative

Die Erben der Hohenzollern und ihr Sachwalter Georg Friedrich Prinz von Preußen fordern Entschädigungen vom Staat, Kunstwerke, ein Wohnrecht im Schloss Cecilienhof, ein Museum, das ihm der Staat bezahlt und in dem er mitbestimmt, wie die Geschichte der Hohenzollern interpretiert werden soll. Damit ist eine rote Linie überschritten, die Maßlosigkeit der Forderungen des ehemaligen Königshauses und seiner Sachwalter sind inakzeptabel.

Am heutigen Donnerstag startet der Landesverband der Partei DIE LINKE daher eine Volksinitiative. Im Laufe eines Jahres sind mindestens 20.000 Unterschriften von wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürgern mit Wohnsitz in Brandenburg zu sammeln, damit die Volksinitiative erfolgreich dem Landtag vorgelegt werden kann.

Anja Mayer, Landesvorsitzende der Partei DIE LINKE, erklärte dazu: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass die erforderlichen Unterschriften schnell zustande kommen. In den letzten Tagen, seitdem das Magazin DER SPIEGEL und der Berliner TAGESSPIEGEL über die noch einmal aufgestockten Forderungen der Nachfahren der Hohenzollern berichtet hatten, ging eine unüberhörbare Welle der Empörung durch das Land. Auch wir halten die Forderungen der Hohenzollern-Erben für unverschämt und für ungerechtfertigt. Der seit vielen Jahren laufende Streit des ehemaligen Königshauses mit der öffentlichen Hand erscheint endlos. Wir wollen mit der Volksinitiative erreichen, dass hier ein für alle Mal ein Zeichen gesetzt wird: Wir lassen uns unsere Museen nicht ausräumen. Das Land wird keine Kultur- und Kunstgüter an die Erbengemeinschaft der Hohenzollern verschenken."

Die Co-Vorsitzende, Diana Golze, ergänzte: "Nicht akzeptabel für uns ist ein Wohnrecht für die Familie der Hohenzollern in einem der Schlösser Brandenburgs, die heute als Volksschlösser allen gehören. Inakzeptabel wäre das Leerräumen der Kunstsammlungen und Museen in Berlin und Brandenburg. Vollkommen ausgeschlossen erscheint eine Entschädigungszahlung in Millionenhöhe an die Erben des letzten deutschen Kaisers, weil sie der Machtergreifung der Nazis in Deutschland erheblich Vorschub geleistet haben. Am historisch folgenschweren 'Tag von Potsdam' am 21. März 1933, als sich Hitler und Hindenburg zur Machtergreifung die Hände reichten, stand der Kronprinz der Hohenzollern wie ein Pate in der ersten Reihe. Wir sind entsetzt darüber, dass es Versuche gibt, diese historische Tatsache klein- oder schönzureden."

Kathrin Dannenberg, Spitzenkandidatin der Partei DIE LINKE für die Landtagswahl, sagte: "Natürlich unterstützen wir die Volksinitiative unserer Partei. Und dies gerade auch mit Blick auf die jüngere Geschichte. Nach der Wende in der DDR gab es Tausende von Rückgabeanträgen, auch von kleinen Leuten, die nach den Buchstaben der Gesetze beschieden worden sind. Zugleich gab es Tausende Ostdeutsche, die vor der Enteignung ihrer Grundstücke und Einfamilienhäuser Angst hatten. Nicht immer ist der Rechtsstaat gerecht. Aber immer gab es ein rechtsstaatliches Verfahren. Niemand würde es verstehen, warum der Rechtsstaat bei den Hohenzollern-Erben jetzt ein Auge zudrücken sollte und Eigentum des Volkes an sie verschenkt."

Sebastian Walter, Spitzenkandidat für die Landtagswahl am 1. September 2019, fügte hinzu: "Wir werden keine Verfälschung der historischen Realität zulassen und bleiben bei der Ablehnung von Entschädigungen aufgrund der unwiderlegbaren Verstrickung der Hohenzollern mit dem Naziregime. Alle Forderungen aus dem ehemaligen Haus Hohenzollern nach Herausgabe von Kunstwerken und Ausstellungsstücken aus den öffentlichen Museen sind abzulehnen. Unsere Forderung ist es, den Erben der Hohenzollern-Dynastie keine Liegenschaften, Grundstücke, Seen oder Wälder zu übertragen, sondern diese in öffentlichem Besitz zu erhalten."

Unterschriftenlisten sind bei jeder Kreisgeschäftsstelle der LINKEN erhältlich. Weitere Informationen: www.keine-hohenzollern-geschenke.de.


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