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Bernd Riexinger
Bernd Riexinger

Dr. Uta Sändig

Bernd Riexinger las aus seinem Buch "Neue Klassenpolitik"

Riexinger plädiert für einen weiten Klassenbegriff. Das wird nicht jedem gefallen, zur Klasse der  "Lohnabhängigen ohne eigene Produktionsmittel" gezählt zu werden - aber es ist schlüssig. Auch die Intelligenz, der Handwerkerstand und vor allem die stetig wachsende Zahl der Dienstleistenden sind Teil der Arbeiterklasse - um einmal diesen traditionellen Begriff zu wählen, der für viele wie eine Degradierung klingt oder die Angst vor dem Abstieg aufsteigen lässt.

An vielen Beispielen, meist aus seiner eigenen Erfahrung als Streikführer, zeigt Riexinger, dass die Arbeiterklasse weiblicher, migrantischer und prekärer geworden ist. "Wir haben uns ein Recht nach dem anderen wegnehmen lassen, wir haben uns auseinander dividieren und gegeneinander ausspielen lassen - jetzt wird es Zeit, die alten Tugenden Freiheit, Gleichheit, Solidarität wieder in den Mittelpunkt zu rücken." Auch das Thema Wirtschaftsdemokratie kam in diesem Zusammenhang zur Sprache: Die Wirtschaft zu demokratisieren heiße vor allem, für eine gerechtere Verteilung des Reichtums zu sorgen, was hart erkämpft werden muss. "Dadurch hätten wir noch keine andere Gesellschaftsordnung, aber es wäre ein erster Schritt in diese Richtung", so Riexinger.

Im Moment ist es ja so, dass sich die großen Konzerne, Banken und Lobbyverbände aus den demokratischen Prozessen herausgezogen haben und der Gemeinschaft ihre unsozialen Normen aufdrücken. Die Privatisierung von Insititutionen der öffentlichen Daseinsfürsorge ist einer der Gründe, warum die Schere zwischen Arm und Reich immer mehr auseinander klafft. "Wenn wir Erfolge bei der Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum, einer guten Bildung und Pflege, einem komfortablen ÖPNV  erzielen können, ist schon viel gewonnen."

Natürlich wurde Riexinger auch nach den beiden in der LINKEN  hoch diskutierten Begriffen "Aufstehen" und "Bedingungsloses Grundeinkommen" gefragt. Er habe nichts gegen die Sammlungsbewegung, sei aber skeptisch, ob daraus wirklich eine kampfbereite Massenbewegung werden kann. Tausende Klicks bei Facebook sind was anderes als tausenden Menschen auf der Straße – und die Linke zeige doch gerade jetzt, dass sie die Massen auf die Straße bringen kann, z. B. bei den Demonstrationen gegen den Pflegenotstand, die von konkret Betroffenen, Pflegepersonal wie Patienten, getragen werden und mit konkreten Forderungen überzeugen. Zum Konzept des Bedingungslosen Grundeinkommens sagte Riexinger, dass er das für noch nicht zu Ende gedacht halte. "Da sind meine Co-Vorsitzende Katja Kipping und ich doch sehr unterschiedlicher Meinung - und wir leben sehr gut damit, weil wir mit unseren Meinungsverschiedenheiten konstruktiv und freundschaftlich umgehen. Wie erwachsene Menschen eben und nicht nur mit uns selbst beschäftigt."

Ein sehr gelungener Abend; der Applaus zeigte, dass ihn alle Beteiligten mit Gewinn und Denkanstößen verließen.
(weitere Bilder)

 


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