{"id":2883,"date":"2026-07-29T14:38:42","date_gmt":"2026-07-29T12:38:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dielinke-stadt-brb.de\/?p=2883"},"modified":"2026-08-10T16:52:33","modified_gmt":"2026-08-10T14:52:33","slug":"ki-kennzeichnungspflicht-kommt-ein-jahr-verspaetet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dielinke-stadt-brb.de\/?p=2883","title":{"rendered":"KI-Kennzeichnungspflicht kommt ein Jahr versp\u00e4tet"},"content":{"rendered":"<p>Am 2. August 2025 h\u00e4tte Deutschland eine funktionierende Aufsichtsbeh\u00f6rde gegen KI-Betrug und Deepfakes haben m\u00fcssen. Passiert ist: nichts.<\/p>\n<p>Fast ein Jahr Versp\u00e4tung. Erst am 10. Juli 2026 hat der Bundesrat dem KI-Durchf\u00fchrungsgesetz zugestimmt, das die Bundesnetzagentur zur zust\u00e4ndigen Aufsichtsbeh\u00f6rde macht.<\/p>\n<p>Und in der Zwischenzeit?<\/p>\n<p>Laut dem aktuellen Bundeslagebild Cybercrime des BKA bel\u00e4uft sich der Gesamtschaden durch Cyberkriminalit\u00e4t in Deutschland 2025 auf 202,4 Milliarden Euro \u2013 mit einem wachsenden Anteil KI-gest\u00fctzter Betrugsmaschen. Allein in Baden-W\u00fcrttemberg registrierte das Landeskriminalamt 2025 Sch\u00e4den von 212 Millionen Euro durch Deepfake-Betrug. Die Dunkelziffer wird auf bis zu einer Milliarde Euro gesch\u00e4tzt. Der Cybersicherheitsmonitor des BSI verzeichnet f\u00fcr 2026 einen drastischen Anstieg der Deepfake-Betrugsf\u00e4lle.<\/p>\n<p>Es geht aber nicht nur um Geld.<\/p>\n<p>Tausende Frauen sind inzwischen Opfer pornografischer Deepfakes geworden, darunter auch bekannte deutsche Moderatorinnen. Als im Januar 2026 das KI-Bildtool \u201eGrok&#8220; auf der Plattform X missbraucht wurde, entstanden an einem einzigen Wochenende pro Stunde \u00fcber 7.800 Deepfakes \u2013 85 Prozent davon sexualisiert. Deshalb haben 250 prominente Frauen der Bundesregierung einen Zehn-Punkte-Plan gegen digitale sexualisierte Gewalt vorgelegt.<\/p>\n<p>Jetzt, am 2. August 2026, tritt endlich die EU-weite Kennzeichnungspflicht f\u00fcr KI-generierte Inhalte in Kraft. Bild, Ton und Video, die echten Personen, Orten oder Ereignissen t\u00e4uschend \u00e4hnlich sind, m\u00fcssen klar erkennbar als KI-generiert markiert werden. Nicht versteckt im Kleingedruckten, sondern sichtbar. Wer sich nicht daran h\u00e4lt, dem drohen Bu\u00dfgelder bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.<\/p>\n<p>Was aber, wenn dies niemand kontrolliert?<\/p>\n<p>Christin kommentiert: \u201eDie Bundesregierung l\u00e4sst sich fast ein Jahr Zeit, um eine Aufsichtsbeh\u00f6rde einzurichten, w\u00e4hrend Cyberkriminalit\u00e4t und KI-Betrug in Deutschland Sch\u00e4den in Milliardenh\u00f6he verursachen und Frauen zu Tausenden Opfer von Deepfake-Pornografie werden. Eine Kennzeichnungspflicht ohne wirksame Kontrolle ist ein Feigenblatt. Verbraucher*innen brauchen eine Beh\u00f6rde, die genau hinschaut und schnell handelt.&#8220;<\/p>\n<p>Fakt ist: Die neue KI-Aufsichtsbeh\u00f6rde bei der Bundesnetzagentur nimmt ihre Arbeit erst ein Jahr nach der eigentlich vorgesehenen Frist auf.<\/p>\n<p>Was es sofort braucht, ist eine ausreichend ausgestattete, personell und finanziell schlagkr\u00e4ftige KI-Aufsichtsbeh\u00f6rde bei der Bundesnetzagentur.<\/p>\n<p>Dazu braucht es einen eigenst\u00e4ndigen Straftatbestand f\u00fcr die Herstellung und Verbreitung pornografischer Deepfakes, eine niedrigschwellige Beschwerdestelle sowie die konsequente Durchsetzung der Bu\u00dfgelder.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 2. August 2025 h\u00e4tte Deutschland eine funktionierende Aufsichtsbeh\u00f6rde gegen KI-Betrug und Deepfakes haben m\u00fcssen. Passiert ist: nichts. Fast ein Jahr Versp\u00e4tung. Erst am 10. 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