{"id":2780,"date":"2026-06-08T13:16:30","date_gmt":"2026-06-08T11:16:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dielinke-stadt-brb.de\/?p=2780"},"modified":"2026-06-08T13:19:18","modified_gmt":"2026-06-08T11:19:18","slug":"gut-besucht-die-info-veranstaltung-zum-thema-rente","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dielinke-stadt-brb.de\/?p=2780","title":{"rendered":"Gut besucht: die Info-Veranstaltung zum Thema Rente"},"content":{"rendered":"<p>Die 18 St\u00fchle, mit denen die Tafel im Versammlungsraum der Kreisgesch\u00e4ftsstelle normalerweise best\u00fcckt ist, reichten am vergangenen Sonnabend nicht aus; es mussten zus\u00e4tzliche Sitzgelegenheiten herbeigeholt werden, auch zwei Klappb\u00e4nke aus dem Keller.  Offensichtlich hatte das Thema Rente einen Nerv getroffen und war gut gew\u00e4hlt als Auftaktveranstaltung zu einer Vortragsreihe unter dem Titel \u201eLeben im Alter\u201c. Es kamen aber nicht nur Rentner und Menschen, die kurz vor ihrer Berentung stehen, sondern auch j\u00fcngere und junge Zuh\u00f6rer, die sich \u00fcber die Chancen informieren wollten, auch in Zukunft, wenn sie selbst ins Rentenalter kamen, noch mit einer Rente rechnen zu k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Ebenfalls ein Gl\u00fcckstreffer war der Referent, Herr Uwe Dr\u00f6\u00dfler, langj\u00e4hriger Berater und Dozent f\u00fcr Fragen rund um die Rente, dessen gro\u00dfe Sachkenntnis auch in Detailfragen \u00fcberzeugte. Seine Ausf\u00fchrungen konzentrierten sich zun\u00e4chst auf die gesetzliche Altersrente, \u201eeine Grundsicherung, die jedem versicherungspflichtigen B\u00fcrger unseres Landes auf Antrag gew\u00e4hrt wird (sofern bestimmte Mindestvoraussetzungen erf\u00fcllt sind) und die ausreichen <strong>sollte<\/strong>, um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren\u201c, so Herr Dr\u00f6\u00dfler. <\/p>\n<p>Der Konjunktiv deutete an, dass diese Grundsicherung in bestimmten F\u00e4llen aber eben nicht ausreicht. Das ist z.B. der Fall, wenn jemand nur Anrecht auf eine (Teil-)Erwerbsminderungsrente hat oder wenn er\/sie zu wenig Rentenpunkte erworben hat bzw. wenn diese einen zu geringen Wert aufweisen. Der Wert der Rentenpunkte h\u00e4ngt vor allem davon ab, wie viele Erwerbsarbeitsjahre anzurechnen sind, welche Arbeitszeitmodelle (Teil- oder Vollzeit, befristete Projektarbeit, Urlaubsvertretung u.a.) praktiziert wurden, welchen Status die  Arbeitsstellen hatten (Dauerstelle\/Festanstellung, befristeter Job, Leiharbeit u.a.), welche Bildungsabschl\u00fcsse dem Beruf zu Grunde liegen, was man zu welchem Zeitpunkt  verdient hat und welchen Betrag der Gehaltszettel im Monat des Ausscheidens aus dem Berufsleben ausweist.<br \/>\nDie Mindestvoraussetzung f\u00fcr einen Rentenanspruch ist erf\u00fcllt, wenn der Antragsteller mindestens f\u00fcnf Jahre am St\u00fcck in die Rentenkasse eingezahlt hat; davon sind drei Jahre als Pflichteinzahlung zwingend, f\u00fcr die zwei weiteren Jahre k\u00f6nnen Zeiten der Kindererziehung angerechnet werden. \u00dcbrigens gilt diese Mindestvoraussetzung, entgegen entsprechenden Behauptungen aus dem rechten Milieu, auch f\u00fcr unsere ausl\u00e4ndischen Mitb\u00fcrger. <\/p>\n<p>Die Regelaltersrente beginnt aktuell mit Vollendung des 67. Lebensjahres; wer fr\u00fcher in Rente gehen will, muss Abz\u00fcge in Kauf nehmen. Wie diese im Einzelnen aussehen, rechnete Herr Dr\u00f6\u00dfler an Beispielen vor, die sich auf die Fragen oder Angaben der Teilnehmer bezogen. In diesem Zusammenhang ging der Referent auch auf die Hinterbliebenenrente und die (Halb-)Waisenrente ein, die umso geringer ausfallen, je weniger der Verstorbene zum Zeitpunkt seines Todes verdient bzw. Rente bezogen hat und je h\u00f6her der Verdienst\/die Rente des hinterbliebenen Partners ist.<br \/>\nMehrere Teilnehmer hakten beim Stichwort Verschuldung der Rentenkassen nach und thematisierten die faktische Verschlechterung ihrer finanziellen Lage, \u00fcber die auch die j\u00e4hrliche Erh\u00f6hung der Rente nicht hinwegt\u00e4uschen k\u00f6nne, denn der Mehrbetrag wird von den zunehmenden Lebenshaltungskosten und der schleichenden Abwertung des Geldes durch Inflation doppelt und dreifach aufgefressen. <\/p>\n<p>Aber es gebe auch einige bescheidene Indizien daf\u00fcr, sagte Dr\u00f6\u00dfler, dass sich die finanzielle Situation vieler Rentner jedenfalls nicht weiter verschlechtern werde. Immerhin verspricht die Bundesregierung eine Stabilisierung der gesetzlichen Rente, die auch weiterhin 48% des zuletzt erreichten Einkommens betragen soll. Au\u00dferdem d\u00fcrfen Rentner seit dem 1. Januar 2023 unbegrenzt hinzuverdienen, was angesichts des Arbeitskr\u00e4ftemangels in vielen Branchen die M\u00f6glichkeiten erweitert, eine altersgerechte Besch\u00e4ftigung mit individuellem Zuschnitt zu finden.<br \/>\nEr sehe auch M\u00f6glichkeiten, dass mehr Menschen als bislang in den Genuss der etwas h\u00f6heren \u201eAltersrente f\u00fcr langj\u00e4hrig Versicherte\u201c kommen, denn es gibt \u00dcberlegungen zur Aktualisierung, Pr\u00e4zisierung und Erg\u00e4nzung der Vorgaben, die f\u00fcr das Beziehen dieser Rente erf\u00fcllt sein m\u00fcssen. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr die \u201eAktivrente\u201c, welche f\u00fcr Menschen gedacht ist, die freiwillig l\u00e4nger arbeiten wollen. Auf jeden Fall lohne es sich, schon fr\u00fch eine pers\u00f6nliche Beratung in Anspruch zu nehmen. \u201eUnd geben Sie sich nicht mit einer KI-generierten Standardauskunft zufrieden, auch nicht mit einer rein telefonischen Beratung\u201c, lautete Uwe Dr\u00f6\u00dflers abschlie\u00dfender Rat.<\/p>\n<p>Neben vielen Detailfragen, die sich meist auf individuelle Problemlagen bezogen, wurden in der Diskussion auch generelle \u00dcberlegungen angestellt, vor allem zum Zusammenhang zwischen Lohn und Rente. Zur Sprache kam, dass nur ein Bruchteil der gesellschaftlich notwendigen Arbeitsleistungen entlohnt und damit rentenwirksam wird; weitgehend unber\u00fccksichtigt bleibt z.B. die Familienarbeit. <\/p>\n<p>Au\u00dferdem nimmt die Tendenz zu, ehrenamtliche T\u00e4tigkeiten, die urspr\u00fcnglich als Beruf ausge\u00fcbt worden sind, aus Kostengr\u00fcnden in den Bereich der unbezahlten Arbeit zu verschieben.<\/p>\n<p>Um die Lohnentwicklung sozial gerechter zu gestalten, d\u00fcrften z.B. die enormen, durch Einsatz der KI generierten Gewinne nicht nur den Bossen der betreffenden Gro\u00dfkonzerne zugutekommen. <\/p>\n<p>Gefordert wurde auch, dass die gesellschaftliche Relevanz der Berufe bei der Lohngestaltung eine viel gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen m\u00fcsste. Jede dieser \u00dcberlegungen h\u00e4tte es verdient, in weiteren Veranstaltungen vertieft zu werden. Wir werden sehen, was sich machen l\u00e4sst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die 18 St\u00fchle, mit denen die Tafel im Versammlungsraum der Kreisgesch\u00e4ftsstelle normalerweise best\u00fcckt ist, reichten am vergangenen Sonnabend nicht aus; es mussten zus\u00e4tzliche Sitzgelegenheiten herbeigeholt werden, auch zwei Klappb\u00e4nke aus dem Keller. 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