{"id":1301,"date":"2024-05-17T12:30:45","date_gmt":"2024-05-17T10:30:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dielinke-stadt-brb.de\/?p=1301"},"modified":"2024-05-17T13:01:43","modified_gmt":"2024-05-17T11:01:43","slug":"die-scholle-idylle-mit-schwachstellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dielinke-stadt-brb.de\/?p=1301","title":{"rendered":"Die \u201eScholle\u201c \u2013 Idylle mit Schwachstellen"},"content":{"rendered":"<p>Im Vorfeld der Kommunalwahl lud der B\u00fcrgerbeirat der Eigenen Scholle Vertreter der Parteien in getrennten Veranstaltungen zu einem Gespr\u00e4ch ein. Vergangenen Dienstag war Die Linke dran. Bis dahin war die Scholle f\u00fcr mich, obwohl geb\u00fcrtige Brandenburgerin, eine Art Niemandsland \u2013 jetzt ist sie Lieferantin von \u00fcberzeugenden Beispielen f\u00fcr die Dringlichkeit unserer Forderungen im Kommunalwahlprogramm.<\/p>\n<p>Das geht bei den Angeboten des \u00d6PNV los, betrifft die Realisierung des Verkehrs- und des Schulentwicklungsplans und endet noch lange nicht bei der \u00e4rztlichen Versorgung der rund 4.300 Scholle-Bewohner. Etwa die H\u00e4lfte von ihnen sind Rentner, darunter nicht wenige Hochbetagte, also um die Achtzig und \u00e4lter, viele leben mittlerweile allein, fahren nicht mehr Auto und sind mobilit\u00e4tseingeschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>Aus dieser Perspektive sind die Busverbindungen in die Innenstadt zumindest in den Abend- und Nachtstunden v\u00f6llig unzureichend und Barrierefreiheit bleibt an vielen Stellen vorerst ein frommer Wunsch. Zumal die Stra\u00dfen ohne Gehwege konzipiert wurden und die stetige Ausdehnung der Siedlung dazu gef\u00fchrt hat, dass mittlerweile bis zu 2,2 km Fu\u00dfweg zwischen den einzelnen Haltestellen bew\u00e4ltigt werden m\u00fcssen. Aber da d\u00fcrfte sich ja problemlos Abhilfe schaffen lassen. Auch der Einsatz von Kleinbussen und die Einrichtung einer Busschleife f\u00fcr den Nachtbus sollte machbar sein \u2013 meint man zumindest als naive Beobachterin.<\/p>\n<p>Die Signale aus der Stadtverwaltung sprechen eine andere Sprache: Der Baubeginn f\u00fcr den dringend notwendigen Fu\u00dfg\u00e4ngerschutzweg Ziesarer Landstra\u00dfe ist um mehr als ein Jahr verschoben worden. Wann eine fl\u00e4chendeckende Stra\u00dfenbeleuchtung realisiert wird, steht in den Sternen. Seit 2011 ziehen sich die Planungen f\u00fcr den neuen Bahn\u00fcbergang an der Planebr\u00fccke hin. Der Unmut \u00fcber diese Hinhaltetaktik w\u00e4chst.<br \/>\nDie unbefriedigende Wegesituation ist auch f\u00fcr viele Schulkinder \u2013 und deren Eltern \u2013 eine Herausforderung, nicht zuletzt f\u00fcr diejenigen, die keinen Platz mehr in der Grundschule am Krugpark abbekommen haben und in die Innenstadt pendeln m\u00fcssen. Die Krugparkschule wie auch Kita und Hort Windrad platzen aus allen N\u00e4hten; jetzt r\u00e4cht sich, dass die Stadt 2016 das Geb\u00e4ude der alten Krugparkschule verkauft hat (die Gegner dieser Ma\u00dfnahme, darunter die Linken, waren in der Minderheit).<\/p>\n<p>F\u00fcr das kommende Schuljahr ist der Plan, die Erstkl\u00e4ssler in nur zwei Klassen \u00e1 30 Sch\u00fcler unterzubringen, zwar nach massiven Elternprotesten vom Tisch \u2013 es wird drei Klassen geben \u2013, aber wie es in den Folgejahren weitergeht, bleibt ungewiss. Weitsichtige Planung sieht anders aus.<br \/>\nKein Wunder, dass sich die \u201eSchollaner\u201c vernachl\u00e4ssigt f\u00fchlen, wenn es um die geplanten Infrastrukturma\u00dfnahmen der Stadt geht. Stichwort Kultur- und Freizeitangebote: \u201eDer SV Empor ist der kulturelle Anker der Scholle\u201c, betont Vereinsvorsitzender Peter Friedling. Das Turnerheim und die zugeh\u00f6rigen Sportpl\u00e4tze fungieren nicht nur als Trainingszentrum f\u00fcr viele Sportgruppen, sondern auch als vielf\u00e4ltig nutzbar gemachte Begegnungsst\u00e4tte der Scholle-Bewohner. Und alles in Eigenregie und rein ehrenamtlich. Von der logistischen und finanziellen Unterst\u00fctzung der innerst\u00e4dtischen Sportvereine kann der SV Empor nur tr\u00e4umen. Die Forderung der Linken, wenigstens die Ehrenamtscard durch handfeste Verg\u00fcnstigungen aufzuwerten, erscheint hier zwingend notwendig.<\/p>\n<p>Stichwort \u00e4rztliche Versorgung: Die letzte Arztpraxis auf der Scholle ist vor kurzem aus Altersgr\u00fcnden geschlossen worden, die Neuansiedlung eines Arztes ist laut Kassen\u00e4rztlicher Vereinigung bis auf Weiteres nicht vorgesehen. Verwiesen wird auf das Gesundheitszentrum am Hauptbahnhof, das in weniger als einer Viertelstunde mit dem \u00d6PNV zu erreichen sei. Aber der \u00d6PNV \u2026\u00a0 &#8211;\u00a0 siehe oben. Da sind die Einwohner von Kirchm\u00f6ser oder Plaue, wo deutlich weniger Menschen leben, besser dran. Sogar Hausbesuche sind dort m\u00f6glich.<br \/>\n\u201eWenn die Verwaltung wenigstens die eigenen Beschl\u00fcsse und ihre termingem\u00e4\u00dfe Realisierung mit Nachdruck betreiben w\u00fcrde!\u201c, w\u00fcnschen sich die Mitglieder des B\u00fcrgerbeirats, und wenn man nicht \u00f6fter mal vergessen w\u00fcrde, sie bei Absprachen mit Vereinen und anderen Gruppierungen einzubeziehen, etwa bei der Kampagne \u201eBrandenburg summt\u201c. Auch die Bauaufsicht kommt bei ihren ohnehin seltenen Kontrollen nicht bis zur Eigenen Scholle, obwohl es durchaus Verst\u00f6\u00dfe gegen die Brandenburger Bauordnung zu monieren g\u00e4be, die z.B. in \u00a7 8 illegale Grundst\u00fcckserweiterungen und das Anlegen von Schotterg\u00e4rten verbietet.<\/p>\n<p>Die finale Entwurfsfassung des Leitbildes der Stadt, die demn\u00e4chst von der SVV beschlossen werden soll, schw\u00e4rmt: \u201eBarrierearme Wege im Gr\u00fcnen verbinden alle wichtigen Orte und Wohngegenden in Brandenburg an der Havel und laden ein, fit und aktiv zu bleiben.\u201c Von diesem Zustand ist die Scholle noch ein geh\u00f6riges St\u00fcck entfernt. Aber Papier ist ja bekannterma\u00dfen geduldig \u2013 die \u201eSchollaner\u201c sind es hoffentlich nicht.<\/p>\n<p>Dr. Uta S\u00e4ndig<br \/>\n(Mitglied im Kreisvorstand der Partei Die Linke)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Vorfeld der Kommunalwahl lud der B\u00fcrgerbeirat der Eigenen Scholle Vertreter der Parteien in getrennten Veranstaltungen zu einem Gespr\u00e4ch ein. Vergangenen Dienstag war Die Linke dran. Bis dahin war die Scholle f\u00fcr mich, obwohl geb\u00fcrtige Brandenburgerin, eine Art Niemandsland \u2013 jetzt ist sie Lieferantin von \u00fcberzeugenden Beispielen f\u00fcr die Dringlichkeit unserer Forderungen im Kommunalwahlprogramm. 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