11. November 2016

HavelBrandung Ausgabe 3 - 2016

Auszug:

Verwaltungsstrukturreform – die Debatte nimmt Fahrt auf

Seit mehreren Jahren wird jetzt über strukturellen Veränderungen im Land Brandenburg diskutiert, beraten und gestritten. Mit der Verabschiedung des Leitbildes wurde ein vorläufiger Endpunkt in diesem Streit gesetzt. Im September veröffentlichte der Innenminister gemeinsam mit dem Finanzminister die Überlegungen der Landesregierung zu den künftigen Kreiszuschnitten. Ergebnis ist, dass Brandenburg an der Havel gemeinsam mit dem Amt Beetzsee zukünftig zum Kreis Havelland gehören soll. Was bedeutet dies nun für unsere Stadt?
In allererster Linie sollte es spätestens jetzt zwischen den Betroffenen, also dem Kreistag Havelland und der SVV in Brandenburg, zu gemeinsamen Beratungen kommen, um darüber zu diskutieren, welche Chancen und Risiken in der zukünftigen Struktur liegen.

Nicht die Unschuld vom Lande

Sie ist vor etwa drei Jahren scheinbar aus dem Nichts entstanden. Sie nennt sich alternativ, ist es aber nicht. Ihre Anhänger sind konservativ bis ins Mark; ihre Anführer gehören mehrheitlich der Politikerkaste an. Die Rede ist von der AfD. Warum ist diese Partei derzeit so erfolgreich? Ein Erklärungsversuch.
Insbesondere Menschen, die sich von der Politik verlassen und ausgegrenzt fühlen, sehen in der AfD eine Fürsprecherin, die den eigenen Wünschen, Hoffnungen und Ansichten eine Stimme gibt. Teils geht es um Stammtischparolen, teils um nachvollziehbare Ängste: vor dem sozialen Abstieg, vor den fremdartigen Flüchtlingen.  Man könnte die AfD auch als Denkzettelpartei bezeichnen, denn sie wird von vielen Sympathisanten als ein Mittel gesehen, "denen da oben" mal so richtig den Stinkefinger zu zeigen.

Nur Theater ums Theater?
Zum Stand der Rettungsmaßnahmen für das Brandenburger Theater

Wie der Name schon sagt, führen Geschäftsführer die Geschäfte und künstlerische Leiter sind für die Kunst verantwortlich. Dass beide Bereiche am Theater ineinander spielen, liegt auf der Hand. Ein Blick hinter die Kulissen vieler Theater zeigt, dass es eher normal ist, wenn künstlerische und finanzielle Interessen gelegentlich miteinander im Clinch liegen. In unserer Stadt hätte dieser Clinch beinahe in einer Katastrophe geendet.
Der von der OB reaktivierte „Mann für alle Fälle“,  Klaus Deschner (73), ein kühler Rechner, steht dem Theater für zwei Jahre als Geschäftsführer zur Verfügung und hat die bittere Alternative formuliert: Entweder, wir bringen die Finanzen jetzt nachhaltig in Ordnung –  oder das Theater schlittert in die Insolvenz. Dabei gibt es neben hausgemachten Problemen, wie dem sehr sorglosen Umgang mit dem Geld und personellen Engpässen im Bereich Controlling, auch solche, die von der Landesregierung zu verantworten sind.

Das muss drin sein: Ordentliche Löhne – auch im Kulturbereich!

Harald Petzold, der medienpolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, wird nicht müde, auf Probleme der mangelnden Förderung im Kulturbereich hinzuweisen. Die Einhaltung von Tarifverträgen und die Bezahlung des Mindestlohns müssten endlich zum Kriterium der Vergabe von Fördermitteln werden. Anlässlich der Bundestagsdebatte zum Filmförderungsgesetz sagte er unter anderem:
„Halbherzigkeit und gebrochene Zusagen haben wir von der Großen Koalition in vielerlei Hinsicht erleben müssen. Es ist bezeichnend, dass zeitgleich zu unserer Debatte um die Förderung von Filmschaffenden eine aktuelle Empörung im Kulturbereich aufbricht angesichts des nicht eingehaltenen Koalitionsvertrages, Kulturschaffenden eine bessere Absicherung im Fall von Arbeitslosigkeit zu schaffen. Schauspieler_innen, Kameraleute, Regisseur_innen und viele mehr haben oft zeitlich begrenzte intensive Arbeitsphasen mit Leerlauf dazwischen.