17. März 2016

HavelBrandung Ausgabe 1 - 2016

Auszug:

Nachsitzen in Sachen Kita-Beiträge

Einen bereits – wenn auch mit denkbar knapper Mehrheit – gefassten  SVV-Beschluss noch einmal zu kippen, ist sicher kein Vorgehen, das man auf andere Abstimmungsgänge übertragen sollte. Aber im konkreten Fall der Kita-Beitragsordnung hat sich das „Nachsitzen“ gelohnt. Am liebsten hätten viele, nicht zuletzt die LINKEN, natürlich einen beitragsfreien Kita-Besuch durchgesetzt, aber dazu hätte es, erstens, entsprechender Regelungen von der Landesebene bedurft – wovon wir derzeit weit entfernt sind. Zweitens hätte man das mehrheitlich beschlossene Haushaltssicherungskonzept ignorieren müssen, dem gemäß alle Bereiche einen Konsolidierungsbeitrag zu leisten haben. Es konnte also nur darum gehen, den Spagat zwischen moderater Erhöhung der Kita-Gebühren und sozialer Ausgewogenheit hinzukriegen....

 

Ein Flüchtlingsschicksal

Herr T., bitte schildern Sie uns Ihr Leben vor dem Ausbruch des Krieges in Syrien.

Unsere große Familie hat in Ariha, einer Stadt mit ca. 50.000 Einwohnern zwischen Latakia und Allepo, gelebt. Mein Vater hat über 30 Jahre als Lehrer für Kunst und Design gearbeitet und als Künstler bei der Stadtgestaltung mitgewirkt. Er war angesehen und geachtet. Ich habe einen Hochschulabschluss in Finanzwissenschaft und Banking, habe an einer Berufsschule als Lehrer gearbeitet und war auch im Bereich Designing tätig. Unsere Familie war wohlhabend, wir besaßen Wohneigentum, Autos, einen Designing-Shop im Stadtzentrum und eine Olivenplantage. Meine Brüder und ich lebten mit unseren Familien und unseren Eltern in einem großen Haus auf verschiedenen Etagen. Wir hatten alles was wir brauchten und waren mit unserem Leben sehr zufrieden.....

 

Ein sozialer Fimmel?

Unter dieser Überschrift  veröffentlichte die "Wochenpost" 41/1989, die man zu DDR-Zeiten nur unterm Ladentisch bekam, auf Seite 16 einen Artikel über eine besondere Brigade im Konsum-Waffelspezialbetrieb "konsü" Brandenburg. Direktor Peter Dywan hatte 1985 zugestimmt, geschützte Arbeitsplätze für Behinderte einzurichten. Das waren meist "nichtschulbildungs-, aber förderungsfähige" junge Leute und auch solche mit einem körperlichen Handcap. Die Betreuung und ggf. Weiterbildung der "nur sehr begrenzt belastbaren Frauen und Männer" wurde ein Erfolgsmodell. Dywan konnte sich in der Folge mit einer weiterführenden Idee anfreunden: Das Programm sollte auf  "psychisch auffällige, sich asozial verhaltende und kriminell gefährdete" Werksangehörige ausgedehnt werden, im Brandenburger Jargon: auf  Asis, Alkis und Bummelanten.....

 

Einig in der Sorge um den Frieden

Der Einladung von Vertretern der DKP und der Partei DIE LINKE folgten am 19.11.2015 über 40 interessierte Personen ins Bürgerhaus Hohenstücken.
Als Hauptredner sprach Wolfgang Doghorn, Mitarbeiter der Zeitschrift „RotFuchs – Tribüne für Kommunisten und Sozialisten in Deutschland“. Er beleuchtete in seinen beeindruckenden Ausführungen die weltpolitische Rolle der USA und der NATO und ihr Verhältnis zu Russland. Er machte deutlich, dass die USA hauptsächlich für die fortwährende Verschärfung der Situation in Europa, in Afrika und im Nahen und Mittleren Osten verantwortlich sind und auch in Europa die Kriegsgefahr längst nicht gebannt ist. Dabei ist Deutschland seitens der USA die Rolle der Speerspitze der NATO in Europa zugedacht. Wir sollen die „Schnelle Eingreiftruppe“ führen. Gegen wen eigentlich?....