5. Januar 2018

LINKE unterstützt Warnstreik bei ZF

Liebe Kolleginnen und Kollegen, DIE LINKE in Brandenburg an der Havel unterstützt euren Warnstreik und eure Forderungen in der aktuellen Tarifrunde vorbehaltlos.

Und das aus mehreren Gründen:

Erstens sind eure Forderungen nach einer Lohnerhöhung berechtigt. Wer gute Arbeit leistet, soll gut entlohnt werden. Es muss in der Stadt Brandenburg auch hohe tarifentlohnte Kolleginnen und Kollegen geben. Viel zu viele sind ungerechterweise niedrigentlohnt beschäftigt. Da zählen auch kommunale Eigengesellschaften dazu. Wer die Kaufkraft in der Stadt erhöhen will, muss die Konsumenten auch erst einmal entsprechend in die Lage versetzen.

Zweitens wehrt ihr euch dagegen, dass die Arbeitgeber statt einem verhandlungsfähigen Angebot, ein unterirdisches Angebot vorgelegt haben. Nur zwei Prozent mehr Entgelt und 200 Euro Einmalzahlung bei einer Gesamtlaufzeit von 15 Monaten – ist nicht nur vollkommen realitätsfern, es ist sogar eine Beleidigung für die Kolleginnen und Kollegen.

Drittens steht euer Arbeitskampf in einem größeren gesellschaftlichen Kontext.
Wir alle stehen vor einem größeren strukturellen Wandel, den es gesamtgesellschaftlich zu meistern gilt. Über dem ist es 28 Jahre nach der Kehre nicht nachvollziehbar und akzeptabel, dass die Ost-Metaller für das gleiche Entgelt wöchentlich drei Stunden länger arbeiten müssen als im Westen. Ein Monat kostbare Lebenszeit im Jahr und das bezogen auf ein Arbeitsleben, arbeiten ostdeutsche Kolleginnen und Kollegen für das gleiche Geld drei Jahre länger. Zudem ist die Forderung auf bessere Arbeitszeiten, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, sowie den in Zukunft auf uns zukommenden strukturellen Wandel (Digitalisierung), eine richtige Forderung.
 
Deshalb unterstützen wir eure Forderungen und werben auch bei den anderen Mitbürger*innen um Verständnis und Unterstützung für euren Streik. Wir wünschen euch viel Kraft, Stärke und Ausdauer.
 
Streiken ist ein Grundrecht und das lassen wir uns von niemand nehmen. Dafür gibt es Gewerkschaften. Alle Nörgler*innen können wir nur dazu aufrufen, sich zu organisieren, denn nur so können wir dem Kapital die Stirn bieten.