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22. Januar 2018 Andreas Kutsche & Heidi Hauffe

DER 27. JANUAR

Am 3 .Januar 1996 wurde durch den damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog durch Proklamation der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus eingeführt.

Festgelegt wurde dieser Gedenktag auf den 27.Januar, den Tag, an welchem im Januar 1945 Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau befreiten. Der Bundespräsident fand damals folgende Worte in seiner Proklamation: „Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken.“ Seit 2006 wird der Gedenktag weltweit begangen, nachdem am 1. November 2005 die Vollversammlung der Vereinten Nationen den 27. Januar zum „International Day of Commemoration in Memory of the Victims of the Holocaust“, dem „Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts“ erklärte.

Auch in Brandenburg an der Havel ist der 27. Januar seit Jahren ein Tag des Erinnerns, Mahnes und Gedenkens. So wird, wie auch in den Jahren zuvor, „zur Kranzniederlegung anlässlich des Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2018 um 10:00 Uhr an der Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde am Nicolaiplatz 28 in Brandenburg an der Havel“ eingeladen. Und da der 27. Januar in diesem Jahr ein Sonnabend ist, haben zahlreich Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt die Möglichkeit allein durch ihre Anwesenheit der über anderthalb Millionen in Auschwitz ermordeten Männer, Frauen und Kinder zu gedenken. Denn nur „Gedenken und Nachdenken über die Vergangenheit schaffen Orientierung für die Zukunft“.

Uns hätte es gefallen, wenn über das Büro des Bürgermeister unserer Stadt nicht nur die folgende Einladung an die Volksvertreter unserer Stadt versandt worden wäre „In Bezug auf die geplante Bebauung eines REWE-Centers in der Neuendorfer Straße, lädt Sie Bürgermeister Steffen Scheller zu einer Besichtigung des REWE-Centers im Berliner Gesundbrunnen-Center am 18.01.2018 ein“, sondern aus Anlass des Gedenktages am 27. Januar auch ein Aufruf des Bürgermeisters zum gemeinsamen Besuch der aktuellen Ausstellung im Brandenburger Landtag erfolgt wäre.

Dort wurde nämlich am 9. Januar im Foyer die Ausstellung „Meine jüdischen Eltern, meine polnischen Eltern“ eröffnet. Bis zum 5. April 2018 von 8:00 bis 18:00 Uhr ist die Ausstellung, außer an gesetzlichen Feiertagen, geöffnet.

Unter diesem Link: https://www.landtag.brandenburg.de/de/aktuelles/ausstellungen/foyer-ausstellungen/vorschau:_kommende_ausstellung/836116 erhält man nähere Informationen.

Zitat aus dem Begleittext: „Während der deutschen Okkupation Polens im 2. Weltkrieg konnten etwa 5.000 jüdische Kinder gerettet werden. Jahrzehnte später erzählen 15 von ihnen die gleichermaßen erschütternde Geschichte ihres Lebens. Unter dem Titel „Meine jüdischen Eltern, meine polnischen Eltern“ entstand hieraus eine außerordentlich ergreifende, sensibel umgesetzte Ausstellung.“

Wir werden die Mitglieder unseres Kreisverbandes zur Teilnahme an der Gedenkveranstaltung am 27. Januar aufrufen und ihnen empfehlen, die Ausstellung im Brandenburger Landtag zu besuchen.

Andreas Kutsche                                Heidi Hauffe
Kreisvorsitzender DIE LINKE.              Vorsitzende BO DOM DIE LINKE