13. Februar 2018 Claudia Sprengel

Anke Domscheit-Berg zum Bedingungsloses Grundeinkommen

Anke Domscheit-Berg mit Frau Kästner und Herr Teufer vom Fontane Klub

Am gestrigen Abend diskutierte Anke Domscheit-Berg im Fontane Klub zum Bedingungslosen Grundeinkommen (BGE), bevor dort der Film "Free Lunch Society" gezeigt wurde. Der Saal des kleinen Kinos war übervoll mit interessierten Menschen, die mehr über die Möglichkeit eines BGE erfahren wollten. Bereits eine Stunde vor dem Film kamen viele Fragen zur Sprache, wie die nach der Finanzierbarkeit, wie sich Machtverhältnisse zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern verändern, ob sich die Bereitschaft, arbeiten zu gehen verringert, und vieles mehr. Anke Domscheit-Berg erklärte auch, warum sie eine breite gesellschaftliche Debatte zum BGE für unverzichtbar hält: "Wir brauchen neue soziale Sicherheitsnetze, auf die man sich in jedem Fall verlassen kann. Die Digitalisierung wird unseren Arbeitsmarkt umkrempeln, Millionen Arbeitsplätze werden wegfallen, viele andere werden sich sehr verändern. Wir haben bisher aber keine Antwort auf die damit verbundene soziale Frage. Ich halte das Grundeinkommen für eine geeignete Lösung." 
Auch nach dem Film wurde weiter diskutiert. Das Publikum ließ sich auf das Gedankenexperiment ein, was passieren würde, wenn man ein Bedingungsloses Grundeinkommen zur Verfügung hätte, und genauso wie in den Beispielen im Film, war der Tenor unter den Brandenburgerinnen und Brandenburgern: "Wir würden weiterhin arbeiten gehen - nur nicht mehr aus Existenzangst, sondern als sinnstiftende Tätigkeit." Die Bundestagsabgeordnete sieht im BGE deshalb mehr als nur ein Sicherheitsnetz: "Wie oft werden wir durch die Rahmenbedingungen in unserem Leben erpresst, etwas zu tun, was wir eigentlich gar nicht wollen, oder es unter Bedingungen zu tun, die wir eigentlich inakzeptabel finden? Das Bedingungslose Grundeinkommen wäre ein Freiheitsmechanismus, nur das zu machen, was wir ohne Zwang und mit Leidenschaft machen wollen. Es gibt uns damit mehr Macht gegenüber schlechten Arbeitgebern, als jeder Streik." Die Gäste des Fontane Clubs trennten sich nach einem langen Abend mit der gemeinsamen Absicht, das BGE breiter im eigenen Umfeld, mit Familie, Freunden, Nachbarn und Arbeitskollegen zu diskutieren.