Nachrichten

5. September 2018 Heidi Hauffe

Sommer in Brandenburg

in diesem Jahr 2018 gefühlt in einer Endlosschleife, heiß und trocken.

Und der Sommer des Jahres 1938?

Auf einem der 14 Hachschara Zentren in Brandenburg, hier: „Landwerk Ahrensdorf“ bei Trebbin, bereiten sich junge Menschen, Juden, auf ihre Ausreise nach Palästina vor.
Über ihr Lieben, Leiden, Leben, Arbeiten und Abschiednehmen schreibt Urs Faes in seinem Roman „Sommer in Brandenburg“. Diesen hat nun Boris von Poser in eine Bühnenfassung gebracht, die emotionaler nicht sein kann. Das Team aus Profis und Laien begeisterte am Freitagabend das Premierenpublikum. Beim nicht enden wollenden stehenden Applaus wischte sich so mancher Zuschauer verstohlen eine Träne aus dem Augenwinkel. Diese theater.land Produktion in der Paretzer Kulturscheune war ganz großes Theater. Beklemmend, berührend, bedrückend zugleich und aktueller denn je.
 
Die Produktionsleitung lag ein den bewährten Händen von Wolfram Scheller. André Krummel, Mathias Rümmler, Anna Böttcher und Katja Lebelt u.a. wird im Programmflyer auch Danke gesagt. Richtig, dass sind Namen, welche dem Brandenburger Theaterpublikum noch in guter Erinnerung sind. Ja genau, ursprünglich war der „Sommer in Brandenburg“  nämlich für eine Umsetzung im Brandenburger Theater von eben diesen Personen konzipiert worden. Leider konnte/wollte? das BT dieses Stück nicht produzieren. Das freie theater.land, angefangen bei Null Unterstützung, dagegen stemmte diese herausragende Inszenierung.

Ich wünsche den Machern sehr, dass sich noch weitere Menschen auf die Reise nach Paretz begeben, um den „Sommer in Brandenburg“ zu erleben. Die nächsten Vorstellungen finden am 07. und 08. September, Beginn 19.30 Uhr statt. Eine „Endlosschleife“ wünsche ich diesem „Sommer“ zwar nicht, aber noch viele Aufführungen.