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20. Februar 2018 Andreas Kutsche

20. Februar 2018 I Welttag für soziale Gerechtigkeit

„Wir wollen, werden und können uns nicht damit abfinden, dass die Chancen etwa auf gute Bildung und Ausbildung, auf Teilhabe und Anerkennung in der Gesellschaft immer weiter auseinanderdriften“, sagt der der Vorsitzende der Linken in Brandenburg an der Havel, Andreas Kutsche.
Das Armutsrisiko in der Stadt Brandenburg an der Havel liegt den Angaben zufolge doppelt so hoch wie der bundesweite Durchschnitt, nämlich bei knapp 30 Prozent.

Die Regierungsfraktionen im Land Brandenburg forderten in der Vergangenheit im Bundesrat eine „Kindergrundsicherung“. In einem ersten Schritt sollte hierfür das Kindergeld erhöht werden. Eine solche Grundsicherung fordern Wohlfahrtsverbände schon seit Längerem. Sie soll pro Kind monatlich 564 Euro betragen.

„Nach wie vor fehlen den ArbeitnehmerInnen in unserer Stadt über 16 % bei den Einkommen zum Bundesdurchschnitt und viel zu viele Menschen sind immer noch erwerbslos“, sagt Kutsche. „Es ist Zeit für soziale Gerechtigkeit“, so Kutsche. „Dafür brauchen wir eine Kehrtwende u.a. in der Steuerpolitik.

Dazu kommt, dass die Privatvermögen in Deutschland sehr ungleich verteilt sind. Insgesamt besitzen die wohlhabendsten zehn Prozent der Haushalte zusammen etwa 60 Prozent des Gesamtvermögens, netto, also abzüglich Schulden. Die unteren 20 Prozent besitzen gar kein Vermögen. Etwa neun Prozent aller Haushalte haben negative Vermögen, sie sind verschuldet. Laut Creditreform ist in unserer Stadt jeder fünfte Mann und jede 5 Frau verschuldet. Also nicht nur die Stadt hat einen hohen Schuldenstand, bezogen auf den städtischen Haushalt, sondern auch die Einwohner selbst.

Ungleichheit kommt auch bei den Bildungschancen dazu. Um die Defizite des staatlichen Bildungssystems auszumerzen, erlebt seit einiger Zeit der Privatunterricht in Form der Nachhilfe abseits staatlicher Aufsicht allerdings ein Comeback. Dabei bekommt die meiste Nachhilfe der Nachwuchs höherer Schichten – deren Angehörige häufig von Abstiegsängsten geplagt sind, die sie auf ihre Kinder projizieren.
Bezahlte Nachhilfestunden nehmen 13 Prozent der Kinder aus armen Elternhäusern, die weniger als die Hälfte des mittleren Einkommens zur Verfügung haben. In der Mittelschicht sind es um die 20 Prozent. Bei Familien, die mehr als das Doppelte des mittleren Einkommens verdienen, kümmert sich um fast jedes dritte Kind ein Nachhilfelehrer. Damit bestätige sich die bereits aus früheren Studien abgeleitete These, „dass kommerzielle Nachhilfe soziale Ungleichheiten tendenziell verstärkt“. Eine Gruppe, die bei der Nachhilfe besonders deutlich zu kurz komme, seien die Migranten.
Um die unbefriedigenden sozialen Konsequenzen der „Parallelwelt Nachhilfe“ zu korrigieren, muss das „originär öffentliche Gut Bildung“ „aus der privatwirtschaftlichen Umklammerung“ gelöst werden – damit die Förderungsbedürftigen Unterstützung bekommen und nicht in erster Linie die Sprösslinge ehrgeiziger Besserverdiener.

Warum ist das so? Finden Sie das gerecht? Was könnte wir gemeinsam daran ändern? Suchen Sie dazu die Gelegenheit, um mit uns ins Gespräch zu kommen. Sie finden uns in der Kirchhofstr. 1-2 oder sprechen Sie uns auf der Straße einfach an. Zurzeit sind wir fast täglich mit Infoständen in der Stadt unterwegs.

In der BRD gibt es nur eine Partei die sich für SOZIALE GERECHTIGKEIT einsetzt – DIE LINKE.