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22. Juli 2018 Basisorganisation DOM

Als hätten wir es geahnt ...

Da standen vier Mitglieder unserer Basisorganisation (BO) DOM am Mittwochvormittag auf dem Marktplatz in Nord, um mit Bürgerinnen und Bürgern zum Thema Pflegenotstand ins Gespräch zu kommen. Deutlich wurde, dass das Problem der Bevölkerung bewusst ist und sie die Forderungen der Beschäftigten für richtig erachten. Wenn kein Personal vorhanden ist, muss eben die Arbeitslast reduziert werden.

Ein weiter so kann es nicht geben. Deshalb dokumentierten viele unserer Gesprächspartner mit ihrer Unterschrift ihre Unterstützung des im Winter gegründeten ´Bürgerbündnis´ zum Thema ´Pflegenotstand´ und bekräftigten dessen Forderungen. Jetzt setzt die Geschäftsführerin des Klinikums einseitig den vereinbarten Gesprächstermin über Entlastungsmaßnahmen ab, weil die Gewerkschaft ver.di und der Betriebsrat zu Recht bei ihren Forderungen bleiben.

Wir solidarisieren uns mit den Kolleginnen und Kollegen. Sie brauchen sofort Entlastung, arbeiten am Limit und sind von gesundheitlichen Schäden bedroht. Wie wir erfahren konnten, geht es in diesem Tarifstreit nur noch darum zu vereinbaren, wie ein Konsequenzen-Management aussieht. Das heißt, wie sehen die Entlastungsmaßnahmen bis zum Eintreten der zusätzlich besetzten 60 Stellen aus. Die Belastung der Beschäftigten besteht jetzt und darf nicht erst nach Aufbau der 60 Stellen reduziert werden.

Kürzlich erst zeigten die zwei Warnstreiktage, wie konsequent die Belegschaft bereit ist, für ihre Forderungen, die sofortige Einführung von Entlastungsmaßnahmen, einzutreten. Gleichzeitig fordern wir, dass es endlich ein Statement vom Gesellschafter, explizit auch von Herrn Scheller, zur Tarifauseinandersetzung gibt. In wie weit kann der Gesellschafter oder die Stadt Einfluss nehmen und Zugeständnisse machen, damit es für die Kolleginnen und Kollegen im Städtischen Klinikum zu entlastenden Maßnahmen kommt. Die Beschlüsse, die in der Vergangenheit gefasst worden sind, rächen sich jetzt und bringen das Klinikum in eine Situation, aus der es nicht mehr allein herauskommt. Das Personal wurde immer mehr abgebaut. Die Arbeit ist so verdichtet, dass die Beschäftigten aus dem Beruf austreten. Immer weniger junge Menschen haben Interesse daran, diesen schönen Beruf zu erlernen. Nun fehlt das Personal, um eine gute Versorgung zu gewährleisten.

Wir wünschen uns im Namen der Beschäftigten, dass die Geschäftsführung wieder an den Verhandlungstisch zurückkehrt und echte Entlastungsmaßnahmen unterbreitet.

Für die Mitglieder der BO DOM
Heidi Hauffe / Solveigh Calderin