
Jahrgang 1980
Tätigkeit: Diplomandin
Beruf: Studentin der Betriebswirtschaftslehre
Die Möglichkeiten und Sicherheiten, die ich hier und jetzt habe, sind nicht selbstverständlich und stehen nicht jedem offen. Ungerechtigkeit existiert weltweit und auf allen Ebenen.
Dem größten Teil der Menschen bleibt Grundlegendes wie Zugang zu Bildung, soziale Absicherung, Gesundheitswesen, ja sogar ausreichende Versorgung mit Nahrung und Trinkwasser verwehrt. Die Schere zwischen arm und reich klafft auch hierzulande zunehmend auseinander, das soziale Klima verschärft sich. Bildung und Gesundheit rücken wieder in den Kontext von Einkommen und sozialem Status und viele Menschen können mit dem Lohn ihrer Arbeit kaum auskommen.
An all dem etwas zu ändern, sehe ich in meiner Mitverantwortung. Neue gesellschaftliche Ansätze sind gefragt. Ideen wie das bedingungslose Grundeinkommen oder eine Finanztransaktionssteuer sind interessante Anstöße das soziale und wirtschaftliche Miteinander umzugestalten. Und dennoch können und sollten diese Herausforderungen nicht allein auf Systeme und politische Instrumente übertragen werden.
Um hier Lösungen zu finden und zu implementieren, ist jede(r) einzelne gefragt. Dazu bedarf es einer Gesellschaft, die mehr Verständnis für ihre Teilnehmer(innen) und mehr Partizipation ermöglicht. Das betrifft auch generationsübergreifendes Aufeinanderzugehen. In Brandenburg an der Havel ist das besonders wichtig: rund ein Drittel der Bevölkerung ist über 60 Jahre alt. Die Bilanz von Zu- und Abwanderung fällt negativ aus und es sind vor allem jüngere, qualifizierte Menschen, die abwandern.
Meine Tätigkeit als sachkundige Einwohnerin im Ausschuss für Gesundheit, Soziales und Senioren begreife ich als Möglichkeit, mich auf kommunaler Ebene für mehr Gegenseitigkeit einzusetzen und mich für die verschiedenen Interessen – vor allem die der Schwächsten – stark zu machen. Ich wünsche mir soziale, ökologische und nachhaltige Gerechtigkeit. Dafür trete ich ein.