9. April 2015

Persönliche Erklärung von Heidi Hauffe

1. Vor vier Wochen haben wir in diesem Ausschuss ausführlich über den Wirtschaftsplan 2015 des Städtischen Klinikums Brandenburg a.d.H. diskutiert.
Unter anderem berichtete die Geschäftsführerin über die laufenden Tarifverhandlungen mit ver.di.

Aktuell konnte ich heute den Medien entnehmen:
Bei der Tarifverhandlung zwischen dem Städtischen Klinikum und ver.di gibt es eine Einigung. Gabriele Wolter legte ein Angebot vor, dass die Tarifkommission der Gewerkschafter unter dem Vorbehalt der Gremienzustimmung annahm. Es sieht erhebliche Steigerungen der Entlohnung vor.


2. Am 7. April (der war vorgestern) eines jeden Jahres erinnert die WHO mit dem Weltgesund-heitstag an ihre Gründung an diesem Tag im Jahr 1948.
Jedes Jahr rückt sie ein Gesundheitsthema mit globaler Relevanz in den Focus der Öffentlichkeit;  für 2015 ist dies das Thema "Lebensmittelsicherheit".

3. Morgen, am 10. April 2015, findet in Neuruppin die feierliche Immatrikulation der ersten Studenten der MHB statt. Alle Stadtverordneten erhielten dazu eine schriftliche Einladung.

Jetzt erkläre ich in diesem Ausschuss, dem Gesundheitsausschuss, dass ich die Handlungsweise der Oberbürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzenden des Städtischen Klinikums Brandenburg an der Havel  vom 1. April

- sich in laufenden Tarifverhandlungen als Streikbrecherin zu betätigen,
- ihr Neutralitätsgebot zu verletzen,
- die schwierige und hochqualifizierte Tätigkeit des Klinikpersonals durch ihren Auftritt als Laienschwester abzuwerten,
- der Öffentlichkeit eine unerträgliche Selbstinszenierung zu präsentieren

auf das Schärfste verurteile.

29. Oktober 2014

Aussprache zur SVV: 25 Jahre gesellschaftliche Veränderungen in Brandenburg an der Havel

von Dr. Uta Sändig

Geehrte Damen und Herrn, liebe Mitbürger,

Erinnerungen sind immer subjektiv; obendrein verändern sie sich mit zunehmendem Abstand. Unter Geschichtsforschern lautet ein stehender Witz: „Der größte Feind des Historikers ist der Zeitzeuge.“ Manchmal habe ich den Eindruck, dass die gelernten DDR-Bürger inzwischen zum Feind der herrschenden Historiker geworden sind.
Wir älteren Ostdeutschen haben ja einen unschätzbaren Vorteil: Wir haben beide Systeme am eigenen Leibe erlebt und müssen uns beim Vergleich nicht auf Informationen aus zweiter Hand verlassen. Natürlich schützt die Besinnung auf das persönliche Erleben nicht vor Irrtümern und der Systemvergleich wird schon deshalb unterschiedlich ausfallen, weil wir unter dem DDR-System unterschiedlich stark gelitten bzw. von ihm profitiert haben. Bedenklich finde ich nicht, dass Menschen ein und dieselbe Vergangenheit unterschiedlich erinnern, sondern nur, dass manche die Vergangenheit ausblenden, als würde ihr Leben erst nach '89 begonnen haben.
Oder dass sie dem Prinzip folgen: Je bereitwilliger ich die DDR als einen „totalitären Unrechtsstaat“ abhake, desto weniger muss ich mich mit meiner eigenen, vielleicht nicht ruhmreichen Rolle beschäftigen.

Ich selbst kann mit den mittlerweile inflationär gebrauchten Begriffen „Unrechtsstaat“ und „totalitär“ wenig anfangen: Ist ein „Unrechtsstaat“ einer, in dem nichts als Unrecht geschieht? Wohingegen in einem „Rechtsstaat“ ausnahmslos das Recht triumphiert, ohne Ansehen der Person? Die Wirklichkeit verlangt doch wohl eine differenziertere Sichtweise! Und kann man das Label „totalitär“ wirklich gleichermaßen einem Staat anheften, der unfassbare Aktenberge hinterlassen hat, wie einem Staat, der unfassbare Leichenberge hinterlassen hat?

Wer, wie ich, die DDR nicht pflichtschuldig in Grund und Boden verdammen kann, wird gern mit dem Vorwurf der rosaroten Brille, der Ostalgie belegt. Dieser Vorwurf ist allein schon aus biographischen Gründen absurd. Als Kind neuapostolischer Eltern, weder Pionier- noch FDJ-Mitglied, waren mir Außenseiter-Erfahrungen quasi in die Wiege gelegt. Dass ich trotzdem das Abitur machen durfte und später auch zum Studium zugelassen wurde, ist beherzten Mitmenschen zu verdanken – die gab es nämlich auch und nicht zu knapp. Zum Beispiel Herr Kaiser, Deutschlehrer und Direktor der Brecht-Schule, SED-Genosse, der meinen EOS-Platz persönlich durchsetzte und per Hausbesuch meinen verdutzten Eltern mitteilte. Die enttäuschten ihn dann aber, indem sie statt Dankbarkeit nur Bedenken äußerten: Sie fanden es nicht gut, dass ihre Älteste nun der sozialistischen Ideologie bis Klasse 12 ausgesetzt sein würde.

Ihre Befürchtungen waren berechtigt: Besonders hatte es mir die sozialistische Singebewegung angetan. Die 4. Werkstattwoche der FDJ-Singeclubs fand übrigens in Brandenburg statt. Das alte Kino Konzerthaus platzte aus allen Nähten; begeistert sang ich, wie die halbe Steinstraße, völlig freiwillig mit: „Sag mir, wo du stehst...“ und „Wir sind überall auf der Erde...“. Das hielt mich aber nicht davon ab, in der Folgezeit immer mal wieder in die ideologische Bredouille zu geraten. Unter anderem kassierte ich eine Strafversetzung wegen öffentlicher Polemik gegen die Biermann-Ausbürgerung. Seitdem schätze ich das befreiende Gefühl, sich getraut zu haben, den eigenen Überzeugungen den Vorrang vor der herrschenden Meinung zu geben. Diese Art von Freiheit ist für mich die einzige, die ihren Namen wirklich verdient. Heute ist solche Freiheit gefahrloser zu haben, bleibt aber leider auch viel wirkungsloser. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum das gesellschaftliche Engagement besonders der jungen Menschen immer mehr zurück geht: Sie haben das Gefühl, die Demokratie nur als Spielwiese benutzen zu dürfen, während die großen Entscheidungen woanders fallen.

Wie habe ich den Fall der Mauer erlebt? Vor dem Fernseher, denn ich war mit meinem 2. Sohn im sogenannten Babyjahr. Erich Mielkes schrecklichen Satz „Ich liebe euch doch alle“ habe ich ebenso quasi-life erlebt wie die wunderbare Demo auf dem Alexanderplatz, die für mich bis heute den Höhepunkt der friedlichen Revolution darstellt. Alles, was danach kam, bereitete mir aber gemischte Gefühle.
Hier, in meiner Heimatstadt, konnte ich direkt an den Demos teilnehmen. So originell wie in Berlin waren unsere Losungen vielleicht nicht, aber das kreative Potential der Brandenburger war schon beeindruckend. Am meisten eingeprägt hat sich mir allerdings ein Plakat, dessen Botschaft ich damals für ebenso selbstverständlich wie überflüssig hielt. Auf einem ungeschickt beschriebenen Pappschild stand: „Auch Genossen wolln die Wende.“ Heute weiß ich, dass der Verfasser sehr weitsichtig war, denn nicht viel später begann man, alle SED-Mitglieder in einen Topf zu werfen.
Plötzlich durfte es keine unbescholtenen, zutiefst unglücklichen Sozialisten mehr geben, die unter der bleiernen Zeit der 80-er Jahre gelitten hatten. „Das waren ja doch alles Bonzen und Stasi-Spitzel“, hieß die Sprachregelung. Schon kurz nach der Wende verstummte dagegen die offizielle Kritik an den Mitgliedern der anderen DDR-Parteien, kurz „Blockflöten“ genannt, denn die durften sich über Nacht als reingewaschen betrachten.

Rückblickend muss man resümieren, dass die Demonstranten von damals das Feld zwar vorbereitet, aber die Macher von heute unterschätzt hatten: Die warteten ab, bis sie gefahrlos säen und dann auch ernten konnten.
Eins meiner ersten Aha-Erlebnisse nach der Wende war die Beobachtung, dass ein bestimmter Typ Opportunisten in jedem System gut zu gebrauchen ist. Über besonders talentierte Verwandlungskünstler, die ihre Parteizugehörigkeit in den Folgejahren mehrfach wechselten wie eine schmutzige Unterhose, will ich hier lieber schweigen.

Ich bin nach der Wende in der SED geblieben, mit der ich doch immer im Clinch gelegen hatte. Mein Motiv war ein Trotz-Alledem, genährt von der Überzeugung, dass die ursprünglichen Ideen des Sozialismus zwar ihre Unschuld verloren hatten, nicht aber ihre Anziehungskraft als lebendige Utopie. Meinem Entschluss kam entgegen, dass Menschen, denen an dieser Utopie nie gelegen war, sondern nur an ihrer persönlichen Macht, die SED sowieso inzwischen fluchtartig verlassen hatten.
Ich gebe es zu, ich habe auf seltsam zwiespältige Art gelitten, als die DDR unterging. Um das zu illustrieren: Ich konnte die Stahlwerksschornsteine, diese Dreckschleudern, nie leiden, aber ich habe gelitten, als mein Blick vom Balkon in Hohenstücken aus täglich einen Schornstein weniger registrieren musste. Der schöne Slogan „Stasi in die Produktion“ ließ sich kaum noch verwirklichen, denn die Produktion brach allenthalben zusammen. Windige Glücksritter, legitimiert durch die Treuhand, verscherbelten das magere so genannte Volksvermögen, das dem Volk nie so richtig gehört hatte. Rasend schnell verschwanden viele traditionsreiche Brandenburger Betriebe. Um nur einige zu nennen: die Kammgarnspinnerei, die Konsü-Waffelfabrik, das Getriebewerk, die BraKi Kinderbekleidung. Das stets gut besuchte Dreispartentheater wurde abgewickelt, Kulturhäuser verfielen.

Auch meine Arbeitsstelle, das Institut zur Weiterbildung ausländischer Deutschlehrer, wurde entsorgt und ich kam in den Pool der eventuell brauchbaren Mitarbeiter einer erst noch zu gründenden Uni Potsdam. Ich musste erleben, wie eine durch und durch fremdbestimmte Auslese begann, die vor allem das Ziel hatte, Platz für Akademiker aus dem Westen zu schaffen. Die Neu-Kollegen waren nicht selten drittklassig und hätten an West-Hochschulen nicht die geringste Chance gehabt. Das ertrug ich nicht stumm. Meine öffentlichen Gegenreden hatten zur Folge, dass man mich zur Gewerkschaftssprecherin und in den Senat der Uni wählte. Es gibt übrigens keine ostdeutsche Hochschule, an der so viele Lehrpersonen, einschließlich meiner eigenen, in konzertierter Aktion vor dem Rausschmiss gerettet werden konnten wie in Potsdam.
Mittlerweile macht sich unter den nachrückenden Jung-Akademikern eine verdächtige Gleichheit breit: die Gleichheit prekärer Arbeitsverhältnisse. Da wäre Solidarität gefragt – aber die ist in unserer Gesellschaft rar geworden. Statt dessen blüht das Sponsoring- und Mäzenatentum: Da können Wohltäter ihre Überlegenheit demonstrieren; Solidarität hingegen funktioniert nur auf Augenhöhe.

Um nicht bitter zu enden: Mein Brandenburg, die geschichtsträchtige Stadt im Schatten von Potsdam, hat sich wirklich heraus gemacht. Aber die Wunden, die durch den Verlust tausender Arbeitsplätze gerissen wurden, sind noch lange nicht verheilt.
Schöne Bauten taugen nicht als Trostpflaster für Dauerarbeitslosigkeit, sozialen Abstieg und Bildungsarmut. Für eine rosarote Brille gibt es also auch in der Gegenwart keinen Grund. Statt dessen viele Fragen: Warum klafft die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter
auseinander? War die staatlich geförderte Gleichmacherei der DDR nicht genauso schädlich, wie es jetzt die staatlich geförderte Ungleichmacherei ist? Warum wird „Gott Wirtschaftswachstum“ derart unkritisch angebetet, wo einem doch die pure Logik sagen müsste, dass nichts und niemand ins Unendliche wachsen kann? Warum wird in diesem reichen Land behauptet, für Umweltschutz und Kultur könne man leider nicht mehr Geld ausgeben? Warum leidet auch Brandenburg unter einer Nachwuchsarmut, die gern mit dem Begriff „demografischer Wandel“ verniedlicht wird? Es ist etwas faul in einem Land, das zu wenig Nachkommen an den Start bringt. Warum müssen die kleinen Steuerzahler und die Menschen benachteiligter Länder immer wieder ausbaden, was die Großverdiener verbrochen haben?

Ich belasse es bei diesen Fragen: Es gibt viel zu tun.

31. August 2011

Persönliche Erklärung zur SVV

von René Kretzschmar

Sehr geehrte Damen und Herren Stadtverordnete, sehr geehrte Oberbürgermeisterin,

mittlerweile sollte jeder wissen, dass am 11. September die Oberbürgermeisterwahl stattfindet. Da ist es auch Zeit einmal Bilanz zu ziehen. Die Stadtverordnetenversammlung in ihrer momentanen Zusammensetzung besteht seit Oktober 2008. Seitdem existieren andere Mehrheiten in dieser SVV, die nicht blind den Vorgaben der Oberbürgermeisterin folgen.

Das Fazit für diese Zeit ist recht kurz zusammengefasst: Der bisherigen Oberbürgermeisterin ist nicht gelungen Brücken zu bauen zwischen den Akteuren. Damit ist sie dem selbst postulierten Anspruch eine Oberbürgermeisterin für alle zu sein nicht gerecht geworden.

Viel schwerer wiegt aber noch der Umgang mit den Stadtverordneten beim Thema Haushalt. Für 2010 wurde der Haushalt nicht genehmigt. Im Jahr 2011 legt man erst gar keinen vor. Die Kommunalaufsicht hat jetzt festgestellt, dass mit der Nichtvorlage des Haushaltes ein Rechtsverstoß vorliegt.

Das ist ja nicht irgend etwas, sondern ein Verstoß gegen ein Gesetz. Wie Frau Tiemann bisher mit Mitarbeitern umgegangen ist, denen so etwas vorgeworfen wird, muss ich hier wohl nicht ausführen.

Auch im Vergleich mit der so gerne benutzten Privatwirtschaft steht fest: Ein Geschäftsführer, der keinen Wirtschaftsplan vorlegt, erfüllt seine Aufgaben nicht, also wird er auch nicht weiterbeschäftigt.

Bei einem politischen Wahlamt ist es nicht ganz so leicht. Aber die Bürgerinnen und Bürger entscheiden darüber, ob unsere Stadt auch nach dem 11. September so geführt wird wie derzeit.

Bei den von mir aufgeführten Fakten kann man den Bürgerinnen und Bürgern nur empfehlen sich dafür zu entscheiden, einem neuen Oberbürgermeister eine Chance zu geben. Ich empfehle Ihnen dabei auf den Kandidaten der LINKEN, Alfredo Förster, zu setzen.

25. Mai 2011

Klinikum soll Fahrstuhl bauen?

Erklärung von Andreas Kutsche in der Bürgerfragestunde zur SVV am 25.05.2011

[Es gilt das gesproche Wort.]

Sehr geehrte Vorsitzende der SVV,
sehr geehrte Frau OB Dr. Dietlind Tiemann,
sehr geehrte Beigeordnete,
sehr geehrte Damen und Herren der SVV!

Die Stadt ist pleite – die Eigenbetriebe werden es schon richten!

Der städtische Haushalt ist an die Wand gefahren, um trotzdem Investitionen tätigen zu können, müssen die Eigenbetriebe herhalten. Ob es die WOBRA am Bahnhof ist, die StWB am Packhof, das Klinikum am Bahnhof und die BRAWAG auf dem Marienberg. Warum ist dies möglich? Weil die Eigenbetriebe GmbHs sind und somit Kredite aufnehmen können, was die Stadt nicht mehr kann.

Seitdem der Marienberg zum BUGA-Gelände auserkoren wurde, machen sich die Verantwortlichen Gedanken um die Barrierefreiheit für Menschen mit Beeinträchtigungen zu gewährleisten.

Die MAZ berichtete am 22.12.2010: „Ein Fahrstuhl soll in die Friedenswarte gebaut werden.“ Als wir, die Mitglieder des Wirtschaftsausschusses des Klinikums, diesen Artikel lasen, schrillten bei uns die Alarmglocken. Das Städtische Klinikum Brandenburg (SKB) soll für die Kosten des Fahrstuhls südlich des Marienbergs aufkommen!

Dies bestätigte Herr Brandt zuletzt auf Nachfrage im Ausschuss für Umwelt/Recht/Ordnung/Petitionen. Im Artikel selbst stand: „Die Anlage soll möglichst das Klinikum aus seinen Mitteln bezahlen, …“. Die Barrierefreiheit umzusetzen ist auch aus unserer Sicht wichtig und notwendig. Dürfen hierzu jedoch Budgetmittel verwendet werden, welche im Klinikum zweckgebunden eingesetzt werden müssten?

Einen Aufzug für die „BUGA“ zu errichten, ist in unseren Augen eine angeordnete Zweckentfremdung von Krankenhausgeldern. Was sagen die Krankenkassen bzw. das Brandenburger Gesundheitsministerium (MUGV) dazu? Die Kosten für ein solches Vorhaben belaufen sich auf mehrere 100 TEuro!

Zudem wäre unser Marienberg, damit noch längst nicht barrierefrei zu erreichen. Um zu diesem Fahrstuhl zu gelangen, muss aus westlicher Richtung kommend, eine Steigung von bis zu 8,5 % überwunden werden. Von Osten her beträgt die Steigung sogar bis zu 10,4%. Für Rollstuhlfahrer sind diese Steigungen unüberwindbar. Des Weiteren wird unser Klinikum mit den Betriebskosten für den Fahrstuhl zukünftig belastet werden.

Wir Wirtschaftsausschussmitglieder und Betriebsratsmitglieder haben uns im Januar hierzu mit unserer Geschäftsführerin beraten. Zu diesem Zeitpunkt hat die Geschäftsführung der Oberbürgermeisterin und dem BUGA-Verantwortlichen einen Alternativvorschlag unterbreitet. Was ist daraus geworden?

Der Wirtschaftsausschuss schlägt eine weitere Variante vor: Der innerbetriebliche Patiententransport kennt sich mit Krankenfahrten aus und könnte einen Shuttle-Service anbieten. Der Mehraufwand müsste der Stadt in Rechnung gestellt werden.

Anhand der Zahlen, die uns vorliegen, kann und darf das Klinikum diese Mehrbelastung nicht tragen. Es würde sich um eine klare Mittelzweckentfremdung handeln, welche die finanziell angespannte Situation weiter verschärfen würde.

Das Klinikum hat in den letzten Jahren viele Mio. Euro aus Eigenmitteln und Fördergeldern des Landes investiert. Diese Großinvestitionen müssen erst einmal verkraftet werden.

Andreas Kutsche
Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses
Städtisches Klinikum Brandenburg GmbH

25. Mai 2011

Hat die BRAWAG einen Sanierungsbedarf?

Erklärung des Stadtverordneten Alfredo Förster zur SVV am 25.05.2011

[Es gilt das gesprochene Wort.]

Sehr geehrte Damen und Herren!

Als „Unsinn“  wies der Baubeigeordnete der Stadt Brandenburg an der Havel öffentlich einen von den LINKEN erkannten Sanierungsbedarf der maroden Leitungsnetze unserer Wasserbetriebe zurück. „Mit etwas Sachkenntnis könne man wissen“, so Michael Brandt von der Stadtverwaltung „dass das Wasser – und Leitungsnetzt in den letzten 20 Jahren …auf  Vordermann gebracht worden sei…“.

Was stimmt nun?

Zunächst ist festzustellen, dass der Betrieb der Trinkwasseraufbereitungs- und verteilungsanlagen in den letzten Jahrzehnten immer gewährleistet war. Dafür ist den Mitarbeitern der städt. Wasserbetriebe (BRAWAG)  zu danken. Die lediglich rund 20-30, vor allem in den Wintermonaten  auftretenden Rohrbrüche unterstreichen diese Einschätzung zusätzlich. Dennoch wies uns das ungewöhnliche Winterhochwasser auch auf bestehende Schwachstellen hin.  Für alle sichtbar wurden diese Orte, als es durch undichte Abwasserkanäle und im Zusammenspiel mit einem hohen Grundwasserspiegel zu Absackungen im Straßenbereich kam.

Nur dort?

Bekannt ist spätestens im Zusammenhang mit den Überprüfungen unseres rund 200 Kilometer langen Wasserleitungsnetzes, dass dort noch immer 1/12 oder rund 8% der erwarteten Trinkwassermengen irgendwie verloren gehen.

Können wir uns das leisten?

Wie hoch der Aufwand zur Behebung dieses Schäden sind, ist angeblich nicht bekannt. Er soll jedoch auf Vorschlag der LINKEN in den nächsten Monaten ermittelt werden. Bisher vermutet man ein Sanierungsvolumen von 40 – 60 Millionen Euro.
Neben den auf Grund des stetigen Bevölkerungsrückganges immer wieder auftretenden  Auslastungsfragen im Trinkwasser- und Abwassernetz und den damit verbundenen Absatzsorgen innerhalb der BRAWAG, sind es also erhebliche Instandhaltungsrisiken, die u.U. nicht nur die BRAWAG, sondern auch kluge Stadtplaner in der Zukunft beachten müssen.  

Dass die Stadtverwaltung vorrausschauend tätig sein kann, wenn sie es will, beweist z.B. ein wenig bekanntes Gutachten, das vor dem Hintergrund der Auswirkungen des Klimawandels mehrere Prognosen über die Entwicklung  unseres Grundwasserangebots über die nächsten 50 Jahre abgibt.

Da der Entwurf des Gutachtens mit der Stadtverwaltung bereits abgestimmt und Konsens hergestellt wurde, wollte ich Sie heute ohnehin auffordern, dieses Gutachten von den Mitgliedern der Fachausschüsse der SVV bewerten zu lassen.

Nach dem kurzen Intermezzo unseres Baubeigeordneten erwarte ich nun gleichzeitig von der Oberbürgermeisterin umfangreiche und widerspruchsfreie Angaben zum realen und prognostizierten Sanierungsbedarf im städtischen Wasser- und Abwassernetz.

Da ich erwarte, dass Sie diesen Wunsch nur zögerlich entsprechen werden, habe ich einen diesbezüglichen Beschluss-Antrag heute im SVV-Büro bereits eingereicht.

Gern werde ich dann im Ergebnis die von Ihnen getroffenen Aussagen mit den Schlussfolgerungen aus den bisherigen Berichterstattungen zur Lage der BRAWAG GmbH Wasser- und Abwassergesellschaft Brandenburg an der Havel vergleichen.

25. Mai 2011

Wirtschaftskonferenz der RLS

Erklärung der Stadtverordneten Kerstin Huch zur SVV am 25.05.2011

[Es gilt das gesprochene Wort.]


Sehr geehrte Frau Vorsitzende! Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin! Sehr geehrte Beigeordnete!
Sehr geehrte Damen und Herren Stadtverordnete!

Neben meiner Tätigkeit als Stadtverordnete und anderen ehrenamtlichen Funktionen bin ich gemeinsam mit Dr. Horst Maiwald, ebenfalls Stadtverordneter, seit einigen Jahren ehrenamtlich in der Rosa – Luxemburg – Stiftung (RLS) tätig.

Diese parteinahe Stiftung widmet sich mit Foren, Vorträgen und Konferenzen der politischen Bildungsarbeit, insbesondere zu Geschichtsthemen.
Im Rahmen unserer Tätigkeit organisierten wir, gemeinsam mit der Stiftung des Landes Brandenburg am 14. Mai diesen Jahres eine Wirtschaftskonferenz mit dem Titel:
„Entwicklung der Region Westbrandenburg – Stand und Perspektiven“.

Die inhaltliche Ausrichtung dieser Konferenz war für die Stiftung gewissermaßen Neuland.
Ausgangspunkt dieser Konferenz war ein Beschluss der Stadtverordnetenversammlungen Brandenburg an der Havel, Rathenow und Premnitz zur Erarbeitung eines gemeinsamen Wirtschaftsentwicklungskonzeptes für die Region Westbrandenburg im Frühjahr des vergangenen Jahres.
Ziel unserer Konferenz war u.a. die Information von kommunalen Wirtschaftsunternehmen und Kommunalpolitikern zum Stand der Entwicklung.

Im Januar 2011 baten wir den Bürgermeister und Kämmerer Herrn Scheller diesbezüglich um ein Gespräch und erläuterten ihm unser Anliegen. Er bot seine Unterstützung an und knüpfte den Kontakt zum Planungsbüro, welches von den drei Städten mit der Erarbeitung des Wirtschaftskonzeptes beauftragt wurde.

Für die Unterstützung während der gesamten Zeit der Vorbereitungen bedanken wir uns, auch im Namen des Landesgeschäftsführers Dr. Detlef Nakath, bei Herrn Scheller.  Auch der Oberbürgermeisterin ein Dankeschön, dass sie eine Teilnahme an der Konferenz ermöglichen konnte und in der Podiumsdiskussion mit auftrat.

Einige Fraktionsvorsitzende und Mitglieder aus verschiedenen Fraktionen waren vor Ort und konnten sich somit über den Stand der Entwicklung einer gemeinsamen Wirtschaftsregion informieren. 

Was wäre eine solche Tagung ohne technische Voraussetzungen. Ihnen Herr Lindau herzlichen Dank für die technische Begleitung der gesamten Konferenz.

Die Stiftung wird diesen Entwicklungsprozess weiterhin begleiten.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!